Start des LIFE-Projekts „Giga Regio Factory” – Der Weg zu skalierbaren Gebäudesanierungen
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30. October 2023
Text von Maike
Seit dem offiziellen Start des Giga Regio Factory-Projekts im November letzten Jahres haben wir als deutsches Projektteam große Fortschritte bei der Etablierung unserer Arbeitsstrukturen und der detaillierten Planung unserer Aktivitäten gemacht. In den vergangenen drei Monaten haben wir intensiv daran gearbeitet, ein schlagkräftiges deutsches Konsortium zu bilden, das die serielle Sanierung im Rahmen unseres EU-LIFE-Projekts voranbringen wird.
Die aktuelle wirtschaftliche Situation in Deutschland stellt uns vor besondere Herausforderungen. Die gestiegenen Baupreise, die laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2022 einen Anstieg von durchschnittlich 16,9% für Wohngebäude verzeichneten [1], machen kostengünstige Sanierungslösungen wichtiger denn je. Gleichzeitig stehen wir vor dem Hintergrund der Energiekrise, die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöst wurde, und dem Ziel der Bundesregierung, bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Diese Rahmenbedingungen unterstreichen die Dringlichkeit unseres Projekts.
Eine besonders erfreuliche Entwicklung ist die zum Jahresbeginn in Kraft getretene Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die erstmals einen Förderbonus von 15 Prozent für serielle Sanierungen bei Wohngebäuden eingeführt hat [2]. Diese wegweisende Neuerung wird die Markteinführung serieller Sanierungslösungen deutlich beschleunigen und uns dabei helfen, von Pilotprojekten auf großflächige Quartierssanierungen umzusteigen.
Für unser deutsches Konsortium konnten wir bereits wichtige Partner gewinnen, darunter Vertreter der Wohnungswirtschaft, Technologieanbieter und Forschungseinrichtungen. Gemeinsam arbeiten wir an der Entwicklung eines standardisierten Ansatzes für die serielle Sanierung, der speziell auf den deutschen Gebäudebestand zugeschnitten ist. Nach unseren ersten Analysen sind rund 30% aller Mehrfamilienhäuser in Deutschland für eine serielle Sanierung geeignet [3]. Dies entspricht einem enormen Potenzial, das wir mit unserem Projekt erschließen wollen.
Die kommenden Monate werden wir nutzen, um ein detailliertes Konzept für unseren Beitrag zum Gesamtprojekt zu entwickeln. Dabei werden wir eng mit unseren europäischen Partnern aus Frankreich, Italien und Belgien zusammenarbeiten und von den jeweiligen Erfahrungen in den verschiedenen Ländern profitieren. Ein besonderer Fokus wird dabei auf der Entwicklung digitaler Werkzeuge liegen, die eine präzise Erfassung und Analyse des Gebäudebestands ermöglichen und so die Grundlage für maßgeschneiderte, industriell vorgefertigte Sanierungslösungen bilden.
Quellen:
- [1] Statistisches Bundesamt: Baupreisindex 2022
- [2] Deutsche Energie-Agentur (dena): Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), https://www.energiesprong.de/foerderung/bundesfoerderung-fuer-effiziente-gebaeude-beg/
- [3] dena Portfolioanalysen, https://www.haufe.de/immobilien/wohnungswirtschaft/serielles-sanieren-bestandssanierung-schlaegt-neubau_260_576174.html
