Giga Regio Factory – Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) und seine Bedeutung für die serielle Sanierung
15. January 2024Serielle (R)Evolution: Giga Regio Factory auf der EnergieSprong Convention 2024
30. November 2024Nach mehr als einem Jahr intensiver Arbeit im Rahmen des Giga Regio Factory-Projekts möchten wir einen Rückblick auf die bisherigen Fortschritte und Herausforderungen geben. Als deutsches Projektteam haben wir seit dem Start im November 2022 wichtige Meilensteine erreicht, mussten uns aber auch mit einigen unerwarteten Hürden auseinandersetzen.
Unser größter Erfolg ist zweifellos der Fortschritt bei unserem Pilotprojekt in Düsseldorf. Gemeinsam mit der BWB Düsseldorf haben wir im Dezember 2022 eine Portfolioanalyse zur Überprüfung und Machbarkeit einer Seriellen Sanierung des Quartiers Stockum durchgeführt. Die ersten 20 Wohnungen werden nun nach und nach energetisch saniert und auf den neuesten energetischen Stand der Technik gebracht. https://www.bwb-eg.de/serielle-sanierung-stockum/
Die Planungsphase ist inzwischen abgeschlossen, und die industrielle Vorfertigung der Fassaden- und Dachelemente läuft auf Hochtouren. Das 3D-Laserscanning des Gebäudes hat sich als äußerst präzise erwiesen und ermöglicht eine millimetergenaue Anpassung der vorgefertigten Elemente an den Bestand. Die ersten Module werden voraussichtlich ab Juli 2024 montiert, sodass wir die Sanierung noch vor dem Herbst abschließen können. Besonders erfreulich ist, dass wir trotz der allgemeinen Baupreissteigerung im Budget bleiben – ein Beleg für die Effizienz unseres industrialisierten Ansatzes. https://www.energiesprong.de/projekte-anbieter/projekte-in-deutschland/loenssiedlung-stockum-duesseldorf/
Eine positive Entwicklung ist auch der kontinuierliche Anstieg der Nachfrage nach seriellen Sanierungslösungen in Deutschland. Laut einer aktuellen Auswertung der Deutschen Energie-Agentur (dena) ist mittlerweile fast jede vierte Sanierung zum Effizienzhaus 40 oder 55, die im Rahmen der BEG beantragt wird, eine serielle Sanierung [1]. Dies entspricht 2.143 bewilligten Anträgen für rund 11.600 Wohneinheiten und einem ausgelösten Marktvolumen von etwa zwei Milliarden Euro. Diese Zahlen bestätigen unseren Ansatz und zeigen, dass der serielle Sanierungsmarkt in Deutschland an Dynamik gewinnt.
Dennoch stehen wir auch vor Herausforderungen. Die Entwicklung unseres Open-Source-Tools zur Qualifizierung von Wohngebäuden hat sich als komplexer erwiesen als ursprünglich angenommen. Die Vielfalt der Gebäudetypen in Deutschland und die unterschiedlichen regionalen Bautraditionen erfordern eine flexible und anpassungsfähige Lösung. Wir arbeiten intensiv mit unseren europäischen Partnern zusammen, um von deren Erfahrungen zu profitieren und die Entwicklung zu beschleunigen. Ein erstes Beta-Release des Tools ist für den Spätsommer 2024 geplant.
Ein weiteres Thema, das uns beschäftigt, ist die Integration nachhaltiger und kreislauffähiger Materialien in unsere Sanierungslösungen. Im Sinne einer ganzheitlichen Nachhaltigkeit wollen wir nicht nur den Energieverbrauch reduzieren, sondern auch die graue Energie und CO2-Emissionen bei der Herstellung der Sanierungselemente minimieren. In Zusammenarbeit mit Materialherstellern und Forschungseinrichtungen entwickeln wir derzeit Konzepte für biobasierte Dämmstoffe und recycelbare Verbundmaterialien, die in unseren industrialisierten Prozessen eingesetzt werden können. Dies ist ein wichtiger Baustein für unser Ziel, bis 2030 eine Million Wohnungen in Europa auf garantiertem Null-Energie-Niveau zu sanieren.
Quellen:
- [1] Deutsche Energie-Agentur (dena): “BEG-Bonus beschleunigt den Sanierungsmarkt”, https://www.dena.de/infocenter/erste-serielle-sanierungswelle-rollt-an-beg-nachfrageschub-innovationen/
